29. Juni 2004
Eine 2. Eiszeit
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Eine 1. Feuerzeit
Anderen, eher umstrittenen wissenschaftlichen Theorien zufolge waren Pinguine die direkten Verursacher der ersten Eiszeit gewesen.
Schon immer glaubten viele Menschen, dass es vor dem Beginn unserer Weltgeschichte bereits Leben, ja ganze hoch entwickelte Zivilisationen auf der Erde gab, die wahrscheinlich ausstarben, als sich durch eine gewaltige Naturkatastrophe der gesamte Planet in einen riesigen Lava-Schmelzofen verwandelte, der alles Leben radikal auslöschte, bis auf ein paar vereinzelte Hitze-resistente Atome oder Moleküle oder was weiß ich, wie man das nennt, die den Mega-Supergau überlebten, und somit die Grundlage für die Suppe bildeten, aus der sich dann vor Milliarden von Jahren das Leben neu entwickelte, so, wie wir es heute kennen.
Anders jedoch als beispielsweise die Saurier hinterließen diese mysteriösen Vorläufer irdischen Lebens keine fossilen Spuren, die uns erlauben könnten, ihre Existenz zu rekonstruieren. Sämtliche Hinweise wurden wohl oder übel in den gewaltigen Lavaströmen vernichtet, zusammen mit ihren Urhebern, was ein Vorhandensein dieser unserer prä-prähistorischen Vorfahren auf immer in den Bereich der Mythen und Mutmaßungen zu verbannen schien.
Nun hat aber nach neuesten Erkenntnissen eine Gruppe ukrainischer Wissenschaftler mittels einer neuen, hochmodernen, etwas an B-Movie-Science-fiction erinnernden Technologie den Beweis für ein Vorhandensein eben dieser mysteriösen Vor-Zivilisation erbracht!
(Aus Rücksicht auf Ihren guten Geschmack und Ihre Intelligenz, und natürlich auch aus Rücksicht auf die Geheimhaltungspolitik des ukrainischen Wissenschafts-Ministerium (schließlich will ich vermeiden, dass mir demnächst in einer dunklen Gasse die Kniescheiben gebrochen werden) werde ich darauf verzichten, diesen technischen Vorgang näher zu erläutern.)
Wer waren sie nun, diese geheimnisvollen Lebewesen, die die Erde lange Zeit vor uns bevölkerten und ihr ihren – auf tragische Art vergänglichen – Stempel aufzudrücken versuchten?
Ganz einfach…
…nee, das wäre doch etwas zu einfach…
Ich muss jetzt erstmal was essen, dann seh’ ich weiter….
So, okay.
Schon lange vor dem, was die Wissenschaftler als Urknall bezeichnen, dem Beginn des Lebens in unserer Galaxie, gab es schon Leben. Eine alte, Millionen von Jahren alte, die ganze Galaxie umspannende Zivilisation von hochintelligenten Wesen, deren technische, sowie metaphysische Errungenschaften alles uns heute vorstellbare überschreiten.
Es war ein paradiesisches Reich von Milliarden uns Abermilliarden von Planeten, jeder von ihnen ein blühender Garten Eden, Kontinente voller singender, leuchtender Wälder mit einer geradezu märchenhaften, ungebändigten Vegetation, blühende Ozeane aus fluoreszierendem, lebendem Wasser und reiner Meta-Energie, die den Lebensraum für die einzigen nicht-pflanzlichen intelligenten Bewohner und gütigen Herren all dieser Welten darstellten:
Die Pn’Qn.
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28. Juni 2004
Unterschätzte Scheusale
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Menschliche Bestien
Pinguine waren schon immer vollkommen falsch eingeschätzte Vögel.
Der Mensch hielt sie zeitlebens für harmlose, putzige Gesellen, die sich in antarktischen Regionen zu großen Gruppen zusammenrotten, starke familiäre Bande haben und sich von Fisch ernähren.
Außer besagtem Fisch gegenüber schienen sie keinerlei aggressives Verhalten an den Tag zu legen, sie schwammen, blökten, watschelten auf ganz hinreisend unbeholfen-drollige Art, kurz gesagt: sie waren einfach putzig, und wurden daher von niemandem als Bedrohung angesehen.
Ein fataler Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.
Als erste Opfer dieser Unheil bringenden Fehleinschätzung gelten nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen die geflügelten Säbelzahn-Otter, die gegen Ende des Tertiärs von den prähistorischen Vorfahren unserer heutigen Pinguine innerhalb von zwei Jahrtausenden komplett ausgerottet wurden. Die damaligen Vertreter der Spezies Pinguin gingen noch mit für sie heute atypischer roher Gewalt vor, ein Vorgang, der sehr zeitraubend war, da die Pinguine zu diesem Zeitpunkt schon in einem evolutionärem Rückschritt verfangen waren.
Als Nachfahren der Dinosaurier (wie alle Vögel) hatten sie zwar die Aggressivität und Bösartigkeit ihrer Vorfahren geerbt, nicht aber deren Körperkraft oder Ausmaße: sie waren zu relativ harmlosen Fleischfressern degeneriert, ohne nennenswerte natürliche Abgriffs- und Verteidigungswaffen, nicht größer als etwa ein heutiger Rottweiler, und auch nur unwesentlich bedrohlicher. (Nach damaligen Verhältnissen also harmlos.)
Mit dem Auftauchen der ersten Menschen änderte sich die Situation für die Pinguine schlagartig!
Sie erkannten das Potential, das in diesen halb aufrecht gehenden Affen steckte und entwickelten eine neue, Kraft sparendere Methoden, andere Spezies loszuwerden: Die Intrige!
Wie viele Arten wurden im Laufe der Weltgeschichte ausgerottet, weil sie diesen teuflischen Scheusalen auf den Leim gingen.
Einem Mammut, das nichts ahnend seines Weges ging, konnte es jederzeit passieren, dass es von Horden aufgebrachter Cromagnon-Menschen zu Tode gesteinigt wurde, ohne dass es je den Grund dafür erfuhr, oder auch nur im geringsten geargwöhnt hätte, dass das Grüppchen Pinguine, an dem es gerade eben vorbei getrottet war (und das, sobald es den Stamm Urmenschen entdeckte, der zufällig in der Nähe war, in schauspielerischer Höchstleistung zu einer kunstvollen Sterbeszene ansetzte) irgendetwas damit zu tun gehabt hätte.
Während im Laufe der Jahrtausende die Wut- und Schmerzensschreie unzähliger Mammute, Mastodons und Säbelzahntiger erklangen, die in den Fallgruben der frühen Menschen gefangen waren, stand fast jedes Mal ein unschuldig dreinblickendes Grüppchen Pinguine mit angetrocknetem Kunstblut am Körper in der Nähe, dass sich das Schauspiel belustigt ansah.
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27. Juni 2004
Was damals wirklich geschah
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Auswirkungen aufs Weltgeschehen
Eine neue These:
Wie wäre es, wenn die Pinguine ganz und gar unschuldig an den Ereignissen des 23. Juli 2015, während derer ganz Manhattan auf tragische Weise eingefroren wurde, gewesen waren, die ganze restliche Welt sie aber fälschlicherweise für die üblen Drahtzieher hinter der Katastrophe hält (die damit eben auch keine schlichte Katastrophe mehr wäre, sondern ein Anschlag auf die Gesamte Freie Welt!)
Unterstützt wurde dieser Irrglaube hauptsächlich durch die unglaublich plumpe, nichtsdestotrotz enorm wirksame Propaganda, die US-Präsident George W. Bush gegen das Böse, das aus der Kälte kam startete. (Bush war mittlerweile schon in seiner vierten Amtsperiode, aufgrund einer neuen Verfassungsänderung, die es einem nachgewiesenermaßen beliebten amerikanischen Präsidenten gestattet, so viele Amtsperioden zu durchlaufen, wie er will, wogegen ein unbeliebter Präsident maximal eine Periode lang regieren darf! Auch durften Präsidentschaftskandidaten, die in Popularitäts-Umfragen schlecht abschnitten, gar nicht zur Wahl antreten, was es George W. Bush ermöglicht hatte, zweimal ohne Gegenkandidat in den Wahlkampf gehen zu können. Bei der letzten Wahl schaffte er es dennoch durch reine Blödheit, nur knapp wieder gewählt zu werden. Um diesen Beliebtheitssturz wettzumachen, kam ihm die neueste New Yorker Krise gerade recht.)
Andererseits lag es nahe, die Schuld den Pinguinen zu geben, immerhin waren sie die einzigen, die aus der Katastrophe profitiert hatten, und außerdem, jetzt, wo man sie endlich einmal wirklich bemerkte, kam es den Menschen doch sehr verdächtig vor:
Pinguine in New York?
Wo waren sie plötzlich hergekommen?
Wie kam es, dass keiner sie vorher bemerkt hatte?
Und wie kam es eigentlich dazu, dass die Pinguine überhaupt erst nach New York kamen und Manhattan vereist wurde?
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26. Juni 2004
Der Spion, der aus der Wärme kam
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Eine erschütternde Wahrheit
Ganz Manhattan ist (immer noch) eine Eiswüste (immer noch seit schon über 20 Jahren), als es jemandem von Außerhalb – auf Pinguinisch „Honk [Anstupsen-eines-Herings] Blaark“ – gelingt, nach Manhattan zu gelangen und in die Schalt- und Machtzentrale der Pinguine vorzudringen.
Es ist der gewiefte, professionelle Intrigant Lawrence P. Mole, ehemals Lobbyist und Großunternehmer, der wegen etlichen Skandalen und der miesen Weltwirtschaftslage seine bisherige Karriere aufgeben musste und nun auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist.
In den Pinguinen von Manhattan glaubt er, sie nun endlich gefunden zu haben!
Mit einem Paraglider dringt Mole in den Luftraum der von allen als uneinnehmbare Festung betrachtete Insel Manhattan ein, stürzt natürlich ab, weil seine Tragflächen vereisen, wird von mitfühlenden Börsenmaklern gefunden und wieder gesund gepflegt. Als Dank dafür verrät Mole sie an die Pinguine. Mole, der glaubt, sich so das Wohlwollen der Herren von Manhattan erkauft zu haben (seine Gastgeschenke, mit denen er sie beeindrucken wollte, den gestohlenen Prototyp des neuesten Nintechno Game-Tetraeders und fünftausend paar rutschfester Socken mit Noppen an den Sohlen, sind beim Absturz verloren gegangen) versucht nun, die im großen und ganzen friedlich vor sich hin lebenden und mit ihrer Situation ganz zufriedenen Pinguine dazu zu überreden, sich mit ihm zu verbünden und mit ganz New York, ja, mit den ganzen Vereinigten Staaten, warum nicht gleich mit der ganzen Welt das zu machen, was sie vor zwei Jahrzehnten mit Manhattan gemacht hatten, und sich damit die ganze Erde untertan zu machen (und damit ihn im Hintergrund quasi zum Herrscher des gesamten Planeten).
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25. Juni 2004
Die Letzen Helden der Eiszeit
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Ein junger Held, der kein Held sein will.
Das ist also der Stand der Dinge:
Seit nunmehr 20 Jahren schon ist ganz Manhattan eine Eiswüste.
Ganz Manhattan?
Nein.
Eine kleine Gruppe Börsenmakler leistet den Unterdrückern erbitterten Widerstand.
Gewöhnt an abrupte Kursstürze an der Börse konnten sie den unmenschlichen Temperatursturz vom 23. Juli 2015 relativ unbeschadet überleben. In den tiefen Gewölben der Wallstreet rotteten sie sich damals in den ersten Tagen der Neuen Kälte zusammen, angetrieben von ihren Hass, am Leben erhalten durch eine lodernde Leidenschaft, wie sie nur einem wahren Wall-Street-Broker zu eigen sein kann! Mutig bekämpften sie ihre Peiniger und konnten ihnen dank der Unerschrockenheit ihrer Anführer seitdem standhalten. Nie gelang es den Pinguinen, in die Tiefen ihrer Schlupfwinkel vorzudringen, Regionen, die nur echten Brokern bekannt und vertraut waren, diesen wagemutigen Männern und Frauen, von jeher einer hermetischen Gemeinschaft angehörend, die zu infiltrieren nicht einmal den gewieftesten Agenten des Grausigen Gremiums geglückt war.
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24. Juni 2004
Eine Verschwörung teuflischer Wasservögel
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Der Fluch moderner Technik
Ganz Manhattan ist eine Eiswüste.
Eine riesige, tiefgefrorene Festung, eine antarktische Insel an der Ostküste der USA, hermetisch abgeriegelt vom Rest der Welt.
Wie aber kam es dazu?
Vor über 20 Jahren, noch zu Anfang des neuen Jahrtausends, gelang es einer Gruppe von Pinguinen (als ethnische Randgruppe der Bevölkerung sogar in einem multikulturellen Umfeld wie New York bis dahin kaum berücksichtigt und auch in offiziellen Statistiken geradezu sträflich vernachlässigt), zuerst unbemerkt Mitglieder ihrer Gemeinschaft an exponierte Positionen im Werbe-Geschäft, in der Elektrogeräte-Industrie und den New Yorker Elektrizitätswerken zu postieren, anschließend ganz Manhattan - mittels einer gigantischen Werbe-Kampagne mit hyper-modernen High-Tech-Kühlschränken der Marke der O-Zon-O-Mat geradezu zu überfluten. Die Kühlschränke waren nicht nur mit einer hyper-hochtechnisierten Temper-A-Tur-O-Matic ausgestattet, wodurch die Temperatur des Kühlschrankinnenraums automatisch proportional zur Außentemperatur reguliert wurde, sondern auch mit einer Intellekt-O-Ell-gesteuerte Frost-O-Tronic-Vorrichtung, die gewährleisten sollte, dass der Kühlschrank auch nach extremsten Stromstößen, verursacht etwa durch eine H-Bombe oder ein abstürzendes Spaceshuttle, noch voll leistungsfähig blieb. Außerdem hatten die Kühlschränke – und das war am wichtigsten – Türen, die sich nicht richtig schlossen, wodurch – im Zusammenwirken mit der Temper-A-Tur-O-Matic - die Außentemperatur langsam, aber stetig Grad um Grad gesenkt wurde (was aber niemand bemerkte, und wenn doch, wurde es dem sowieso beschissenen New Yorker Klima angelastet.)
Zeit verging.
Nach fünf Jahren war es soweit, die allgemeine Umwelt-Temperatur von Manhattan war auf den kritischen Punkt von 11,5° Celsius gefallen (im Sommer!), und die Menschen schöpften langsam Verdacht.
Die Stunde X war gekommen.
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