5. Mai 2005

Zorniger Zwerg mit Zettel

Neulich hatte ich eine Begegnung der unangenehmeren Sorte, und zwar in Köln-Mühlheim. (Kenner der Materie haben mir bestätigt, dass sich Köln-Mühlheim für unangenehme Begegnungen besonders eignet.) Ich war gerade aus der Stadthalle gekommen, gut gelaunt, weil ich dort auf der Comicbörse schöne Comics gekauft und nette Bekannte getroffen habe; gut gelaunt, aber in Eile, weswegen ich mir auch nicht beim Mühlheimer Burger King einen Burger geholt hatte (dem mit Abstand langsamsten Fast-Food-Lokal in ganz Köln!) sondern mir lieber beim Bäcker ein mit Ballaststoffen, Frischkäse, Putenbrust und Tomaten belegtes Brötchen gekauft habe, weil das mit Abstand schneller ging, viel gesünder ist und unverhältnismäßig mehr stopft als so ein Burger, und (Sie werden gleich sehen: das führt noch irgendwo hin!) während ich also dieses überfrachtete Brötchen auf dem Weg zum U-Bahngleis in mich reinstopfe, sehe ich, dass mich mein Weg genau durch das führt, was wohl alle Passanten in Fußgängerzonen am meisten fürchten, eine Gruppe Problem-Menschen, die weniger vom Schicksal geschlagenen Mitmenschen Prospekte und Gespräche aufhalsen wollen! Während ich mir noch überlege, wie um alles in der Welt ich es schaffen soll, an denen vorbei zu kommen, ohne dass mir einer von ihnen ein Prospekt oder Gespräch aufdrängt, passiert auch genau das: einer von ihnen stellt sich mir in den weg und nötigt mich so zur Annahme eines schmuddeligen Stück Papiers und eines Wortaustausches. Verwirrend an sich war schon einmal die Tatsache, dass es sich bei dem Zettelverteiler um einen ca. 1 m 20 großen Kleinwüchsigen gehandelt hatte. Noch verwirrender war der Umstand, dass der Rest der Gruppe keineswegs aus Kleinwüchsigen, oder sonst irgendwie körperlich abnormen Personen handelte, weswegen ich mir später eingestehen musste, dass es sich bei der Angelegenheit wohl doch nicht um eine Kleinwüchsigen-Selbsthilfegruppen-Aktion handelte, wie ich zuerst glaubte, sondern wohl um etwas ganz anders, und ich nun beschämt einsehen muss, dass nicht alle Probleme, die kleine Menschen haben, damit zusammen hängen, dass sie klein sind. Das hat schon Randy Newman erkannt: Short People are just the same as You and I, und ich, der ich vorhin beim Mitsingen noch stolz glaubte, den Song so toll begriffen zu haben, muss mir nun eingestehen, auch nur gerade mal mehr davon verstanden zu haben als beispielsweise Marius Müller Westernhagen, das dürre Arschloch. Aber ich schweife ab. (weiterlesen…)

Abgelegt unter: Blogg-Old-Mat — Felo @ 07:59