30. Mai 2007
Eine eindrucksvolle, beklemmende, und doch inspirierende Kulisse. Dunkle Schatten umkreisen das vom Blitzschlag geborstene Minarett, krächzen auf uns herab, künden von drohendem Schicksal und Vogelkot, und in dem Souvenirstand neben mir sagt mir eine Frau, dass ich eine schöne Kappe aufhabe.
Stimmt. Recht hat sie!
Denn meine Kappe ist geschmackvoll und kleidsam, sie ziert meinen Kopf und schmeichelt dem Auge des Betrachters in einer solch unnachahmlichen Art und Weise, außerdem schützt sie ihren Besitzer wirkungsvoll vor Sonne, Unheil und Vogelkot, und beschwingten Schrittes vergesse ich alles drohende Unheil und betrete die Moschee.
Dort nehme ich die Kappe dann allerdings ab, weil ich jetzt doch nicht so richtig weiß, ob sich das gehört in einer Moschee. So großartig fühlt sich die Kappe auf einmal doch wieder nicht an. Die Wirkung des Kompliments verpufft genauso schnell wie vorher die Rufe der Krähen.
Die gute Laune allerdings bleibt, denn in der Moschee ist es hell und freundlich, der Vorbeter ist nett, überall liegen Teppiche (nur nicht da, wo wir stehen, denn wir haben unsere Schuhe nicht ausgezogen und müssen deshalb weg von den Teppichen bleiben), und ich liebe einfach Teppiche und weiß jetzt endlich auch, was ein Gebetsteppich ist (nämlich ein Teppich mit einer klar erkennbaren Richtung) und warum (damit man beim Beten weiß, in welche Richtung man vorher auf dem Teppich war, und nicht aus Versehen da seinen Kopf hinlegt, wo man am Tag zuvor die Füße gehabt hat. Das leuchtet mir ein, das würde ich ganz ehrlich auch nicht wollen!) und am Ende kriegen wir alle unseren Namen auf Arabisch aufgeschrieben, können zwar doch nicht nachprüfen, ob’s stimmt, aber schön ist es trotzdem.
Und zumindest kann ich jetzt schon mal ein Wort auf Arabisch lesen:
“Felix”!
Das ist das, was da in der unteren Zeile steht. Kann man bestimmt immer wieder gebrauchen.
Was in der ersten Zeile steht, hab ich schon wieder vergessen.
Draußen drohen schon wieder die Krähen um das Minarett herum und mit mulmigem Gefühl frage ich mich auf dem Weg zum Bus, ob ich meine Daseinsberechtigung in Form eines neongelben, mich als Pauschaltourist brandmarkenden Plastik-Armbandes noch einstecken habe (wer die Dinger schon mal ums Handgelenk gelegt bekommen hat, um anschließend verzweifelt zu versuchen, dieses scheußliche, bombenfest sitzende Ding wieder vom Arm runter zu kriegen, ohne es dabei zu zerschneiden, weil man Angst hat, dann nichts mehr zu Essen zu kriegen oder von Elektroschocks gegrillt zu werden, weiß, wie sich Gefängnis-Insassen fühlen!)
Wer weiß, ob an den Krähen nicht doch was dran ist. Auf jeden Fall bin ich schon wieder als letzter im Bus eingestiegen!
28. Mai 2007
Es sind die kleinen kulturellen Unterschiede, die Stolperfallen, in die man als Gast im fremden Land zu treten droht, oder manchmal einfach nur die Sprachbarrieren im Urlaub:
Ja, ja, die Kultur! Vor den schädlichen Auswirkungen dieser Gesellschaftsdroge wird viel zu selten gewarnt! So mancher ahnungslose Besucher antiker Wirkungstätten hatte schon die Gelegenheit, sich schmerzerfüllt das Schienbein reibend zu bereuen, der Anweisung “PEASEENTER!” nicht im gebührend zügigen Respekt Folge geleistet zu haben! Die antiken Drehkreuze von Ephesus verstehen da keinen Spaß und ahnden jede Respektlosigkeit gegenüber der Antike umgehend mit sofortiger Züchtigung.
27. Mai 2007
Noch vollkommen zerstört vom Heimflug heute nacht, ein erstes, kurzes, nicht allzu represantatives (weil viel zu negatives) Fazit meines Türkei-Urlaubs:
Manchmal ist so ein kleines bisschen Abgrenzung gar nicht so verkehrt!
Wer schon mal Russen All Inclusive in Antalya erlebt hat, wird mich sehr gut verstehen…
Und jetzt mal nur zum Anschmecken ein paar kleine Urlaubs-Impressionen, damit Ihr nicht glaubt, ich hätte meine wertvolle Woche nur mit Russen-Watching zugebracht:
Mehr und ausführlichere Eindrücke und Erlebnisse in Bild und Wort, wenn ich meinen Nicht-wirklich-Jetlag-fühlt-sich-aber-so-an überwunden habe.
…oder irgendwann…
Ich fühle mich heute irgendwie urlaubsreif…
Urlaub Machen ist doch einfach das Schönste!
17. Mai 2007
Das ganze menschliche Drama… nun gut, tierische Drama… Die Große Lebenslüge!
Erschütternd! Emotionen, sag ich nur, ganz große Emotionen!
15. Mai 2007
Ich schlafe schlecht, träume nur Stuss, wache in genau dem Moment auf, in dem Cathrine Zeta-Jones in meinem Traum auftaucht, der Kaffee ist alle, das Geschirr komplett dreckig, ich hab Rückenschmerzen und die Online-Ticket-Reservierung von Annecy funktioniert nicht!
Ernsthaft, der Tag kann doch eigentlich nur besser werden!
Ich bin mal gespannt, wie der Tag es noch schafft, das unmögliche fertig zu bringen…
13. Mai 2007
So ein fast leerer Farbeimer ist noch lange kein Indiz dafür, dass gleich die Farbe alle ist!
Die neue Nachbarschaft, während ich darauf warte, dass keine neue Farbe kommt…
…dann doch lieber gleich Pizza und Vino Bianco… mit einer gewissen Säure und einem Hauch von Kiwi, leicht und beschwingt im Abgang!
Willkommen in Nippes!
12. Mai 2007
…und das alles ohne Ferneseher! Kuck mal, Mama, was ich kann!
11. Mai 2007
Ohne Worte, ohne Sinn und ohne Verstand…
Ich fühle mich irgendwie nach wie vor noch immer so inhaltslos…
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Aber irgendwie gefällt mir der Strip auch so, oder… naja… hat so was avantgardistisch-post-neo-apokalyptisches. Ich weiß nicht…
…vielleicht fällt ja auch einem von Euch noch ein witziger Text für die Sprechblasen ein (…könnte man vielleicht auch wieder mal’n kleinen Wettbewerb draus machen…)
Mann, bin ich heute so was von antriebslos! Kann mir nicht mal jemand mit der Kaffeekanne eins überziehen?
9. Mai 2007
…anderer Schorf!
So habe ich unlängst beim Ehemaligentreffen meines Studiengangs im fernen Würzburg nicht nur wunderschöne und exotische Fränkische (von Markus - hoffentich ist er auch tatsächlich Franke, ich bin mir gar nicht mehr so sicher. Auf jeden Fall was Exotisches.), Schwäbische (von Anna K. aus G. bei H., jetzt A. bei H.) und Münchner (von Ute, ehemals Schnabl) Schorftrolle gespendet bekommen, sondern internationalerweise auch…
…einen Wahl-Italienischen Schorftroll beim Überqueren der Alpen (von Piu Albero)
…ein Chinesisches Schorftrolllauhhuhn (von Steffi Rüger)
…und sogar einen Fliegenden, Japanischen Schorftroll (von Bettina Bruder)!
Jawoll! Das ist sie, die Alte Wüzburger Schule! Ich bin schon stolz auf meine Mit-Allumnis!
8. Mai 2007
Ich weiß, Hecke mag das ja eigentlich gar nicht, aber wer mit Comiczeichnern befreundet ist, muss einfach irgendwann damit rechnen, karikiert zu werden!
Und außerdem bin ich so stolz darauf, ihn endlich mal getroffen zu haben, das muss ich doch gleich der interessierten Welt (ebenso dem gleichgültigen Teil, versteht sich) mitteilen!
Einer der schwierigsten Köpfe, den ich kenne! (Und ich kenne eine Menge sehr schwieriger Köpfe! Künstler, Comiczeichner, Trickfilmer und Musiker! Kannste alle in einen Sack stecken und draufhaun, trifft immer den richtigen! Bekloppte, alle miteinander!)
Danke fürs Stillhalten!
6. Mai 2007
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Ich muss gestehen, dass ich in letzter Zeit so eine gewisse inhaltliche Leere verspüre, so eine leichte Schwierigkeit, meinen Comics einen tieferen, anspruchsvollen Sinn zu verleihen.
Aber das ist nun vorbei. Dieser Cartoon hat eine künstlerische Aussage!
Wenn man genau hinschaut, kann man Titten erkennen.
Schönes Wochenende!
4. Mai 2007
Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist gezwungen, sie sich immer wieder anzuhören!
Wenn man schon anfängt, zu hoffen, weil man am Himmel (gestern abend) Wolken sieht, und enttäuscht und genervt ist, weil am nächsten Morgen schon wieder die Sonne scheint…
Ich bin ausgedörrt, im Kopf und überhaupt in jeder Hinsicht. Ein bisschen trübe Düsternis täte, glaube ich, uns allen langsam mal wieder ganz wohl.
Wie gut, dass ich dieses wunderschön Düster, Verhangen und Schwarze Portrait von Gero zur Hand habe! Ein Blick darauf und der ganze lästige Sonnenschein ist vergessen!
Danke, Gero, für die Bewölkter-Himmel-Impression! Die Ernte ist wieder sicher…
3. Mai 2007
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Eines zumindest hab ich die letzten Tage gelernt, wenn auch sonst nicht viel mehr: Bei dem Wetter ist es nicht ratsam, T-Shirts zu tragen, die mit Rapsfeldern oder Sonnenblumen verwechselt werden könnten! Manche Leute haben da offensichtlich kein besonders ausgeprägtes Urteilsvermögen!
Oder Fliegen sind generell kurzsichtig!